Wenn dein Körper spricht – Ayurveda & Yoga bei PMS und Unterleibsschmerzen.
- 11. Nov. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Vielleicht kennst du diese Tage, an denen dein Körper sich schwer anfühlt, der Unterleib zieht, deine Stimmung schwankt und du dich einfach nur zurückziehen möchtest. Es ist, als würde dein Körper leise flüstern: „Bitte hör auf mich. Bitte gib mir Raum.“
In der ayurvedischen Lehre ist diese Zeit ein sehr heiliger und sensibler Abschnitt im Zyklus. Dein Körper reinigt sich – nicht nur körperlich, sondern auch emotional. Alles, was du jetzt fühlst, ist wichtig und darf da sein. Ayurveda sieht die Menstruation nicht als etwas Störendes, sondern als eine Phase der Loslösung und Erneuerung.
Wenn du dich in diesen Tagen erschöpft, empfindsam oder unruhig fühlst, erinnere dich daran, dass genau das natürlich ist. Du musst nicht gegen deinen Körper arbeiten – du darfst dich mit ihm bewegen. Jeder Zyklus ist ein kleiner Neubeginn, ein Kreislauf aus Werden, Wachsen, Loslassen und Ruhen. Und genau in dieser Ruhe liegt so viel Kraft.
Was du jetzt tun kannst:
1. Verlangsame dich.
Gönn dir Ruhe, Wärme und Stille. Lass den Alltag für einen Moment draußen und schenk dir selbst ein bisschen Zeit. Wenn du magst, leg eine Wärmflasche auf deinen Bauch, kuschle dich in eine Decke und atme bewusst in deinen Unterleib.
Spür, wie sich mit jedem Atemzug ein bisschen mehr Anspannung lösen darf. Vielleicht magst du dir leise sagen: „Ich darf loslassen. Ich darf weich werden.“
Diese Tage laden dich ein, das Tempo zu senken, Verantwortung abzugeben und dich selbst in den Mittelpunkt zu stellen – liebevoll und ohne schlechtes Gewissen.
2. Sanfte Yogapraxis.
In diesen Tagen sind ruhige, erdende Yogaübungen besonders wohltuend – kein Powerflow, kein Druck, kein Muss. Yoga darf jetzt zur Umarmung werden, nicht zur Herausforderung.
Balasana (Kindhaltung) hilft dir, loszulassen und dich geborgen zu fühlen. Lass deinen Atem fließen und spür, wie der Rücken weich wird.
Supta Baddha Konasana (liegende Schmetterlingshaltung) öffnet sanft den Unterleib, entspannt die Hüften und beruhigt dein Nervensystem.
Ein paar Minuten Pranayama, z. B. tiefe Bauchatmung oder sanftes Nadi Shodhana (Wechselatmung), bringen dich wieder in Balance – sie helfen, den Geist zu klären und das innere Gleichgewicht zu spüren.
Wenn du magst, beende deine Praxis mit einer kleinen Meditation. Lege eine Hand auf dein Herz und eine auf deinen Bauch. Spür, wie sich beide mit jedem Atemzug miteinander verbinden – wie Körper und Seele im gleichen Rhythmus schwingen.
3. Wärme & Ernährung.
Trinke warme Kräutertees (z. B. Fenchel, Ingwer, Zimt) und iss leicht verdauliche, warme Speisen. Vermeide Kaltes und Rohes – das kann das Vata-Dosha in dieser Zeit noch mehr aus dem Gleichgewicht bringen und Schmerzen verstärken.
Warme Suppen, gedünstetes Gemüse, Hirse- oder Reisgerichte mit etwas Ghee nähren dich von innen. Auch ein goldener Kurkuma-Drink am Abend kann wunderbar erdend wirken. Denke daran: Wärme ist jetzt Heilung. Sie beruhigt nicht nur deinen Körper, sondern auch deinen Geist. Du darfst es dir gemütlich machen – mit Kerzenschein, Tee, weicher Kleidung und einer Atmosphäre, die dich trägt. Ayurveda erinnert uns daran, dass Heilung oft im Einfachen liegt.
4. Sei sanft mit dir.
Wenn Emotionen hochkommen – sei es Traurigkeit, Reizbarkeit oder Müdigkeit – erlaube sie dir. Sie sind Teil dieses Zyklus, Teil deines inneren Reinigungsprozesses. Ayurveda lehrt uns, dass Körper, Geist und Seele niemals getrennt sind.
Alles, was du fühlst, darf da sein. Du musst nichts unterdrücken, nichts kontrollieren. In dieser Zeit darfst du dich spüren – ehrlich, roh und echt.
Vielleicht möchtest du schreiben, malen, atmen oder einfach still sein. Was immer dich näher zu dir selbst bringt, ist genau richtig.
💫 Erinnere dich:
Du musst in diesen Tagen nichts leisten. Du darfst einfach sein. Lausche deinem Körper, ehre deinen Rhythmus und gib dir die Zuwendung, die du sonst so großzügig anderen schenkst.
Jede Phase deines Zyklus ist ein Teil deiner weiblichen Kraft – auch die ruhigen, stillen, schmerzhaften Momente. Wenn du lernst, dich nicht gegen sie zu wehren, sondern mit ihnen zu fließen, entsteht etwas Wunderschönes: Vertrauen in dich selbst.
Atme tief.
Halte dich selbst.
Und wisse: Du bist im Einklang – auch dann, wenn es sich gerade nicht so anfühlt.
Namaste Deine Agi.




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